Unser Besuch auf „Die Presse“-SCHAU 2023 in Wien – Teil 1 –

Auch in diesem Jahr besuchten wir in Wien „Die Presse“-SCHAU, welche in ihrer dritten Auflage von 10. bis 12. November 2023 in der Marx Halle stattfand.
Mit über 100 Ausstellern und 9.500 Besuchern ist der Wiener Uhren- und Schmucksalon im Rahmen der „Die Presse“-SCHAU auch 2023 wieder die größte Publikumsmesse für Uhren und Schmuck in Europa.
Auf mehr als 5.000 Quadratmetern gab es viel zu sehen, neben Uhren und Schmuck gab es zudem Bereiche für Design, Handwerk, Reisen sowie Mobilität.

Aber lassen wir die Bilder sprechen:

Die Uhrenmanufaktur Alexander Shorokhoff zeigte auf der Uhrenmesse in Wien eine große Anzahl neuer und spannender Modelle, jedes Modell für sich einzigartig und passend zur Überschrift: „Kunst am Handgelenk“.
Präsentiert wurden uns die Uhren der Alzenauer Uhrenmanufaktur von Inga Duffy-Shorokhova, der Tochter des Firmeninhabers.
Das erste Modell „Swan Love“ was uns sehr beeindruckte, ist ein Einzelstück und damit ein absolutes Unikat. Das filigrane Zifferblatt zeigt eine präzise und beachtenswerte Handwerkskunst: Ein handemailliertes Perlmuttzifferblatt, auf dem ein bezauberndes Schwanenmotiv kunstvoll mit einem einzigen Marderhaarpinsel gemalt ist.

Im 32 x 25,6 mm Formgehäuse aus 14-karätigem Rotgold tickt das Automatikwerk 2671.AS mit einer liebevoll handgravierten und veredelten Schwungmasse. Die Gangreserve beläuft sich auf 42 Stunden.

Der nächste Eyecatcher ist das Modell „Black Cat“. Aus schwarzem Perlmutt gearbeitet, versteckt sie sich halb auf dem Zifferblatt, eine frech dreinschauende schwarze Katze.

Die Uhr wird entweder von dem handgravierten und aufwendig veredelten, sehr selten anzutreffenden Automatikkaliber ETA 2000 oder einem Handaufzugskaliber angetrieben.

Beide Versionen sind auf jeweils 19 Stück limitiert.

Das auf 10 Uhren limitierte Modell „Home“ ist aus einer konstruktiven Zusammenarbeit von Alexander Shorokhovs Tochter Inga Duffy-Shorokhova und dem Uhrenblogger Florian Bach, auch bekannt als #flomp89 entstanden.


Die Uhr ist von den architektonischen Werken von Friedensreich Hundertwasser inspiriert.

Als Taktgeber kommt hier das Automatikkaliber ETA 2892 zum Einsatz. Das Edelstahlgehäuse, 41 x 41 mm, ist schwarz PVD beschichtet; seitlich mit Emaile in Orange, Blau und Gelb und mit vier bunten Glaseinsätzen auf der Rückseite.

Ebenfalls ganz neu aus dem Hause Shorokhoff der Regulator Automatic.


In diesem ungewöhnlich avantgardistischen Modell sind die Stunden-, Minuten- und Sekundenanzeige separat auf dem Zifferblatt angeordnet, wobei jede Funktion in einem eigenen Subzifferblatt farblich unterschiedlich dargestellt wird und bezeichnenderweise die Anzeige von Stunden und Sekunden nicht – wie sonst üblich – übereinander, sondern nebeneinander angeordnet sind.

Das Herzstück des Regulators basiert auf dem bewährten Automatikkaliber ETA 2892-A2. Ein aufgesetztes Regulatormodul sorgt dann für die ganz spezielle Form der Zeitanzeige.

Das Modell „MERKUR“ mit Vollkalender ist eine weitere faszinierende Designinnovation.

Hier wird der Tag durch den zentralen Datumszeiger mit orangefarbener Spitze angezeigt, der Wochentag und der Monat hingegen werden bei 12 Uhr angezeigt. Als weitere Funktion bietet das Modell „Merkur“ die aktuelle Mondphase bei 6 Uhr. Als Antrieb kommt bei dem Modell „Merkur“ ein von Dubois-Dépraz stark modifiziertes das Automatik-Kaliber (DD9000) zum Einsatz.

 

Als zweites Standbein hatte der Inhaber der Uhrenmanufaktur Alexander Shorokhoff bereits 1994 parallel das Uhrenlabel Poljot International gegründet. Die Uhren dieser Marke werden ebenfalls in Deutschland entworfen und montiert.

Queen Viktoria, Werk: Handaufzug Kal. Seagull 3620

In den Anfängen wurden überwiegend Werke aus russischer Produktion verbaut. Später als diese immer schwieriger zu bekommen waren, wagte Herr Shorokov den Schritt, Werke aus chinesischer Produktion einzusetzen. Mittlerweile, so führt er aus, sind die Werke von absolut wettbewerbsfähiger Qualität und funktionieren zuverlässig und unauffällig. In einem schön gestalteten Skelettchronographen mit Handaufzug war einst das fast schon legendäre Poljot 3133 verbaut, das in einer technisch überarbeiteten Version zum Großteil auf den von Valjoux übernommenen Original Maschinen des Kaliber 7734 gefertigt wurde. Leider lief die Produktion 2011 endgültig aus.

Poljot International Chronograph Susdal
Handaufzugs-ChronographKal. 1901-SeaGul

Nun springt Seagull ein und liefert mit demST19 ein optisch ähnlich anspruchsvolles Kaliber, das im Detail weitgehend dem alten Venus 175 entspricht. Damit kann Poljot International dem Kunden weiterhin sehr gute Qualität zu günstigen Konditionen anbieten.

Yakutia, Perlmuttzifferblatt besetzt mit Swarovski‐Steinen, Werk: Automatik Kal. Seagull 2706, veredelt

 

Weiter führt uns der Rundgang zu BORGWARD, einer kleinen und feinen Uhrenmanufaktur aus dem Markgräfler Land. Jürgen Betz, Inhaber und kreativer Kopf der Borgward Zeitmanufaktur, befreundet mit dem Enkel von Carl Friedrich W. Borgward, ist Liebhaber „alter Borgward – Limousinen“. Nun lebt er seine Kreativität im Entwurf und Bau schöner und edler Uhren aus. Er verknüpft geschickt Stil- und Design-Elemente der damaligen schönen und für ihre Zeit überaus innovativen Fahrzeuge des C.F.W. Borgward mit seinen Uhren.


Auch hier war der Firmeninhaber persönlich vor Ort und stellte uns einige seiner Modelle vor.

BORGWARD, New Heritage Steam Automatic

Das Modell New Heritage Steam besticht durch die Lünette aus Bronze, gepaart mit einem Gehäuse aus poliertem und gebürstetem Edelstahl. Als Werk kommt das Automatikkaliber ETA 2824-2 mit einer Gangreserve von 42 Stunden zum Einsatz.

BORGWARD, FortyOne Bicompax Beige, als „Motor“ dient das ETA 7753

FORTY ONE steht für die Startnummer eines der beiden Rennsport-Boliden aus der Autoschmiede in Bremen, die 1953 an dem legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans an den Start gingen. Nur ein Rennwagen überdauerte die Zeit in Schweden, um 65 Jahre später wieder mit der Startnummer 41 auf der Strecke in Le Mans beim Rennen zu starten. Die Uhren-Edition FortyOne würdigt diese einzigartige Rennsport-Legende mit ihrer Kollektion.


Ganz neu in der Kollektion ist das Modell „Bella“.
Abgeleitet ist der Name wohl von „Bellissima“ und wir finden der Name passt zu dieser wunderschön gezeichneten Neuerscheinung, die erstmalig in Wien vorgestellt wurde.

BORGWARD, Modell Bella

Das Gehäuse hat einen Durchmesser von 36mm. Das strahlenförmig strukturierte Zifferblatt trägt, neben aufgesetzten römischen Ziffern, Indexe mit Swarovski-Kristallen. Sehr elegant wirkt dazu das perfekt gearbeitete Stahlband.

 

Der Schramberger Uhrenhersteller Junghans war auf der Messe durch Juwelier Janecka vertreten.

Fachkundig und mit viel Leidenschaft wurden wir hier über verschiedene neue Modelle informiert.

Junghans, FORM A Chronoscope

Die 3 farbenfrohen Modelle des FORM A Chronoscope stechen uns zuerst ins Auge. Hier ist auch die Rückseite spannend, denn auf dem Gehäuseboden befindet sich ein Hinterglas-Druck: Farblich adaptiert zeigt dieser das Motiv „Times Square“ des britischen Künstlers Richard Macneil, mit dem Junghans auch bei der Gestaltung des Werbemotivs kooperierte.

Sehr elegant die Junghans Meister fein Automatic Signatur. Die Dresswatch fasziniert mit einem Zifferblatt in hellem, kühlem Grau oder alternativ in einem strahlend zarten Eisblau.

Das Zifferblatt ist wie das Glas leicht gewölbt und erscheint in seiner Gestaltung minimalistisch und reduziert. Der historische Junghans-Schriftzug gibt der Uhr ihren Namen. Als Antrieb kommt das Kaliber J800.1 (Basis ETA 2824-2) mit speziell geformtem Junghans-Rotor zum Einsatz, welches durch ein Sichtfenster im vierfach verschraubten Boden zu bewundern ist.

 

Bei Firma BOTTA dreht sich dagegen alles um die Einzeigeruhr, die pure Entschleunigung.

Was für den einen die Komplikationen an einer Uhr sind oder sein mögen, das genaue Gegenteil davon zeichnet die Uhren von Klaus Botta aus. Lediglich ein großer Stundenzeiger zeigt auf einem – je nach Geschmack -mehr oder weniger fein unterteilten, klar gezeichneten Zifferblatt an, was die Stunde geschlagen hat.

BOTTA, Modell „UNO“

Die Einzeiger-Anzeige der UNO funktioniert prinzipiell ähnlich einer konventionellen 12-Stunden Dreizeigeruhr. Der Zeiger der UNO ist ein Stundenzeiger, der dem Stundenzeiger der herkömmlichen Anzeige entspricht. Die UNO-Skala ist aus Strichen verschiedener Länge aufgebaut. Die langen Striche geben die Stunden an, die mittellangen Striche stehen für halbe Stunden, die etwas kürzeren Striche bilden 15 Minuten ab und die kurzen Striche repräsentieren 5 Minuten.
Zur raschen Orientierung, mit einem flüchtigen Blick auf die Uhr, völlig ausreichend. Damit führt Klaus Botta auch die Orgien jener Hersteller ad absurdum, die mit höchstem technischen Aufwand versuchen, die genaueste mechanische Uhr zu bauen. Denn wer die absolute, sekundengenaue Uhrzeit benötigt, möge dazu doch einfach einen Blick auf das ohnehin allgegenwärtige Smartphone werfen.

BOTTA, Modell „UNO 24“

Das Zifferblatt der UNO 24 stellt den Tag als analoge Grafik dar. Hier fällt sofort die Aufteilung des Blattes in eine helle, obere Taghälfte und eine untere, dunklere Nachthälfte ins Auge. Der solitäre Stundenzeiger beschreibt die Bahn der Sonne aus der Erden-Perspektive: Mittags um 12:00 Uhr steht er oben am Zenit des Blattes, um 6 Uhr am linken Blattrand, um 18:00 Uhr am rechten Blattrand, nachts weist er nach unten. Während er die Datumslinie überschreitet rückt auch die Datumsanzeige um eine Stelle weiter.

Interessanterweise feiert auch bei Botta das Gehäusematerial Titan ein Come-Back. Ein wunderbar leichtes, überaus hautfreundliches und 100% antiallergisches Material, welches bereits vor rund 40 Jahren im Uhrenbau Einzug hielt, dann aber auf leisen Sohlen wieder verschwand und nun bei allen namhaften Herstellern in die Kollektionen zurückkehrt. Klaus Botta macht nun gleich Nägel mit Köpfen und stellt die Gehäusefabrikation zu 100% auf Titan um.

BOTTA, UNO Wanduhr

Die UNO Einzeiger Wanduhr transformiert den Geist des Einzeiger-Originals, der UNO Armbanduhr, in den Wohnraum. Der Uhrenkorpus besteht aus sphärisch gewölbtem Aluminium. Die Oberfläche ist Edelstahlkugel-gestrahlt und glanzeloxiert. Die Wanduhr von BOTTA ist 100% Designed und Handmade in Deutschland.

 

Zum Abschluß unseren 1. Messetages auf der Die Presse“-SCHAU 2023 bestaunen wir noch Verschiedenes in den Bereichen Design und Handwerk…..

 

…..und lassen dann den Abend gemütlich ausklingen.

 

Weiter geht es  hier mit TEIL 2: Unser Besuch auf „Die Presse“-SCHAU 2023 in Wien

 

 

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